Krankheitstage mit Linux-Experiment und Emojis

In meinem letzten Eintrag vom 26. April 2018 habe ich mich über die letzten Versionen und die Entwicklung von Ubuntu ausgekotzt und mir hoch und heilig geschworen erstmal die Finger von Ubuntu zu lassen. Fedora wollte ich testen. Yep, habe ich getan. Hatte schließlich irgendwie Zeit totzuschlagen. Hier ein paar Erfahrungen.

Der Ausflug mit Fedora war doch sehr kurz. Gegen die Gestaltung der Oberfläche – also die Benutzererfahrung im Gesamten – spricht nichts. Aber wer schon mal irgendwie mit Linux in Verbindung kam wird wissen, dass man um die Kommandozeile nicht herum kommt. Und da der Mensch ein Gewohnheitstier ist fällt das Umgewöhnen an neue Umfelder meist schwer. Fedora ist eine RPM-basierte Linux-Distribution, die vom Unternehmen Red Hat angeführt wird. Da ist der Haken auch schon.

Möglicherweise bin ich einfach nur zu faul mir neue Befehle anzueignen. Letzten Endes war der Ausflug zu Fedora nur sehr kurz und entschloss darauf hin mir das klassische Debian zu installieren. Tatsächlich ist Debian auf Servern für mich das System erster Wahl – für mich als Endanwender hat es sich jedoch durch seine enorme Schlankheit schnell disqualifiziert. Immerhin ein kleiner Zwischenerfolg, den ich mir auf die Mütze schreiben kann: Habe es geschafft, den Firefox ESR aus dem System zu kicken und mit dem klassischen Feuerfuchs zu ersetzen.

Das Ende vom Lied: Ich habe mir widersprochen. Warum? Ich nutze seit Kurzem nun Zorin OS (die kostenlose Core-Version). Es basiert auf … *Trommelwirbel* … Ubuntu. Yep, das wollte ich vermeiden. Fairerweise gebe ich zu, dass es sich hierbei nicht um eine der neusten Versionen handelt, sondern unter Zorin OS werkelt Ubuntu 16.04 LTS herum. Also die vorletzte Version mit Langzeitunterstützung. Da war man von einer BIOS-Zerstörung noch weit entfernt.

Zorin OS habe ich aus zweierlei Gründen gewählt:

  1. Primär bin ich bis dato von der Windows-Welt umgeben. Zorin OS kann ich stark an das Design von Windows 10 anlehnen. Ganz genau so wird es selbstverständlich nie aussehen, aber ein wenig Vertrautheit ist dann doch toll.
  2. Stichwort Vertrautheit. Da ein Ubuntu unter der Haube seinen Dienst erweist kann ich mir bereits bekannte Befehle und Konfigurationsschritte einfach weiterverwenden.

Die Sache mit den Emojis

Eines haben aber alle Betriebssysteme gemeinsam: Die Darstellung von farbigen Emojis fehlt und muss selbst nachgerüstet werden. Also habe ich einfach mal recherchiert und bin weites gehend dieser Anleitung befolgt, die jetzt gleich von mir auf deutscher Sprache folgt.

So habe ich in meinem Hauptbrowser Chrome (und allen anderen Apps, die auf Chromium basieren) schöne farbige und aktuelle Emojis. Außerdem sind in allen Apps, die auf GTK+ basieren, die monochromen Fallback-Emojis etwas hübscher dargestellt.

So gehts: Farbige Emojis in Chromium-basierten Programmen aktivieren und monochrome Emojis in GTK+ Programmen aufwerten

Emoji Color Font

Ohne die Schriftdatei geht natürlich nichts. Den Font kannst du dir in aktueller Version gratis von der Google-Projektseite herunterladen: https://www.google.com/get/noto/#emoji-zsye-color

Verzeichnis im Persönlichen Ordner erstellen

Sofern noch nicht vorhanden muss im persönlichen Ordner ein neues unsichtbares Verzeichnis angelegt werden. Daher sit der vorangestellte Punkt wichtig. Benne das neue Verzeichnis: .fonts

Die entpackte Datei „NotoColorEmoji.tff“ aus dem Download muss nun in das soeben angelegte Verzeichnis kopiert werden.

Terminal öffnen

Befehl für das anlegen eines weiteren Ordners:

mkdir -p ~/.config/fontconfig/

Befehl zum Hinterlegen einer Konfiguration

cat << 'EOF' > ~/.config/fontconfig/fonts.conf

Diesen Absatz kopieren und ins Terminal einfügen (Klick mit Mausrad):

<?xml version="1.0"?>
<!DOCTYPE fontconfig SYSTEM "fonts.dtd">
<fontconfig>
 <alias>
 <family>sans-serif</family>
 <prefer>
 <family>NotoSans</family>
 <family>NotoColorEmoji</family>
 <family>NotoEmoji</family>
 </prefer>
 </alias>
 <alias>
 <family>serif</family>
 <prefer>
 <family>NotoSerif</family>
 <family>NotoColorEmoji</family>
 <family>NotoEmoji</family>
 </prefer>
 </alias>
</fontconfig>

Ans Ende des zuvor eingefügten Blocks tippst du in eine neue Zeile diese drei Buchstaben ein und bestätigst erneut mit Enter:

EOF

Cache leeren

Damit die Emojis sichtbar werden, muss der Font Cache gereinigt werden. Der Befehl dafür lautet…

fc-cache -f -v

…und nimmt ca. 30-60 Sekunden in Anspruch.

Testen

Starte Chrome neu und besuche die Demo-Seite: Neuer Tab

Wenn du farbige Emojis siehst, hat alles geklappt.

Habe diese Schritte auf meinem Zorin OS natürlich selbst getestet. Funktioniert fabelhaft. Das Beitragsbild dieses Artikels ist ein Screenshot, den ich mit meinem Chrome aufgenommen habe. Im Grunde genommen dürfte das auch auf jedem beliebigen System auf Basis von Debian bzw. Ubuntu funktionieren.

Das war’s für den Moment. Anmerkungen und Ergänzungen gerne in die Kommentare. ✌

Schreibe einen Kommentar